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Bus-Fahrt nach Ludwigslust am 8.5. 2013

Eingestimmt auf Mecklenburgische Schlösser wurden wir ja bereits 2011 bei unserer Fahrt nach Güstrow. Dass es neben der eigentlichen Residenzstadt Schwerin in der dünn besiedelten und ressourcenarmen Gegend hier im Norden noch weitere historisch bedeutsame Zentren mit großen Schloss- und Parkanlagen gibt, hat uns damals schon erstaunt. Erbteilungen (Neustrelitz) und Heiraten (wie in Güstrow) waren oft ein Grund für solche Neugründungen.

Ludwigslust verdankt seine über 80 Jahre währende Bedeutung (1756-1837) dem Umstand, dass mecklenburgische Herzöge aus religiösen Gründen die kulturell wie finanziell aufwendige Hofhaltung in Schwerin ablehnten und einen Lebensentwurf nach eigenen Vorstellungen in dieser "griesen" Gegend (mindere Böden, "nichts los") durchzogen. So entstanden "auf dem Reißbrett" die neue Residenzstadt und das Barockschloss Ludwigslust (aus dem kleinen Jagdschloss des Prinzen Ludwig). Da traf es sich, dass ihr Gründer "Friedrich der Fromme" auch wissenschaftlich und architektonisch interessiert war. In nur 4 Jahren (der Berliner Flughafen BER ließ auch in LWL grüßen) werden das große Schloss aus einheimischen Backsteinen hochgemauert und seine Fassaden danach mit Pirnaer Sandstein verkleidet. Barock sind nur noch Zierelemente und die vielen Figuren auf den Dachsimsen, ansonsten herrscht einfacher und preiswerter Klassizismus vor, der sich auch im Innerern des Schlosses fortsetzt mit Ausstattungen und Säulen aus Papiermaché. Diese Ludwigsluster Erfindung findet, goldfarben angemalt, im Schloss (und früher sogar sommers im Park) breite Anwendung. Leider weiß man heute nicht mehr, wie die Wetterbeständigkeit damals gelang. "Echt" und sehenswert sind zudem die gestalteten Holzfußböden im Schloss und Sammlung von Kaminuhren der Herzöge.

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Schloss Ludwigslust (Vorderfront zum Schlossplatz)
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Im Schlosspark: Glockenturm - kath. Kirche - Teehaus
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Ein Salon im Schloss - unsere Führung
 
die kath. Kirche St. Helena / St. Andreas
 
im Schlosspark: Im HG die kath. Kirche
 
Herr Hiller und Sr. Thaddäa bei der Führung in der kath. Kirche
 
Die Wasserspiele - mit natürlichem Gefälle vom LWL- Kanal
 
Die ev. Kirche - in der Gestalt eines Thaeters
 
Die ev. Kirche innen - mit ihrem riesigen Altargemälde
 
Die kath. Kirche innen - der Altarraum
unsere Gruppe auf der Gartenseite des Schlosses
. Gruppenfoto vor der kath. Kirche (mit Kirchenführer, Reiseleiter und ohne Fotograf)

An das "Fromme" erinnern die 2 Kirchen in Sichtweite des Schlosses: Das sind die ev. Kirche, die noch vor dem Schlossbau realisiert wurde und eine großflächige und reiche Deckenmalerei aufweist. Die katholische Kirche St. Helena / St. Andreas kam später hinzu: Sie wurde 1809 vom Nachfolger des Herzogs den Katholiken des Hofstaats geschenkt. Ursprünglich sollte sie ein Mausoleum für die jung verstorbene Herzogin werden, die als Lieblingstochter des damaligen Zaren von Russland hierher geheiratet hatte. Glasfenster mit dem Wappen der Romanows und Altargestaltungen in Ikonenart erinnern an diese Vorgeschichte. Die sonstige Innenausstattung ist ein Sammelsurium aus damals günstig erworbenen Stücken. Der noch fehlende Glockenturm wurde Jahre später, am anderen Ufer (!) des Kirchenteichs, "nachgeholt". Bei der Führung erfuhren wir auch, dass die von vielen katholischen Umsiedlern geprägte Gemeinde bis 1949 Osnabrück, dann Schwerin unterstellt war und heute zum Bistum Hamburg gehört.

Der 35 ha große Schlosspark ist zwar zusammen mit dem Schloss entstanden, aber in seinem heutigen Erscheinungsbild 100 Jahre später (1860) von dem preussischen Gartenbaumeister Lenné (um)gestaltet worden. An die "Erstausstattung" erinnern noch der schnurgerade Fahrweg nach Schwerin (denn regiert wurde weiterhin von Schwerin aus), der 28 km lange "Ludwigsluster Kanal" (zur Speisung der gestalteten Wasserläufe und Kaskaden) und Kunstbauten im Park.

Die im barock-klassizistischem Stil aus Backstein erbauten uniformen "holländischen" Häuser der Stadt sahen wir nur vom Bus aus, der in dem schachbrettartigen Straßennetz seine Schwierigkeiten hatte.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch die "Umrahmung" des 12-h-Tages mit seiner frühen Morgenmesse (7 Uhr in Anton), die 250 km Autobahnfahrt und die Versorgung der 31 Teilnehmer (Mittagessen im "Dragoner" und Kaffeezeit im "Schlosscafe") gut organisiert und in guter Stimmung (Rückfahrt mit Gesang) abliefen - was auch der Jahreszeit, dem schönen Wetter und natürlich der guten Reiseorganisation zu danken ist.

Reinfried Mooz - webmaster

Weiterführende Links:

www.stadtludwigslust.de/portal/
www.museum-schwerin.de/orte/schloss-ludwigslust/
www.katholische-kirche-ludwigslust.de/

Die Tabelle unserer Reiseziele seit 2002:

JahrBus-FahrtPKW-Fahrt
2002Helfta (bei Eisleben)Fürstenwalde / Rauen
2003BautzenWustrau / Neuruppin
2004Rosenthal (Oberlausitz) St. Albertus ("Berlin")
2005Rokitno (PL) Jüterbog / Luckenwalde
2006Spreewald (Kahnfahrt) Bus: 1 Woche Oberlausitz
2007Hornow / Döbern (Niederlausitz)Himmelpfort / Ravensbrück
20081 Woche WürzburgBeeskow / Neuzelle
2009MeißenStadt Brandenburg
2010MagdeburgZiesar / Bad Belzig
2011GüstrowKloster Chorin / Eberswalde
2012LeipzigKüstrin / Gorgast / Müncheberg
2013Ludwigslust.

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