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Bus-Fahrt nach Waren/Müritz am 4.6. 2014

Nach Güstrow (2011) und Ludwigslust (2013) ging die Gemeinde-Busfahrt 2014 erneut nach Mecklenburg. Auf allen vorangegangenen Reisen schätzten wir, dass es bereits im Bus vom Reiseführer interessante Einführungen zur Gegend, der Geschichte und den besuchten Orten gab, die dann von Stadtführern vor Ort weiter vertieft wurden. Damit wurde auch das Berichtschreiben leicht. Diesmal fielen beide Informationsquellen nahezu aus: Die Busbegleiterin sagte nur die Staus an und die (sehr kundige) Stadtführerin Waren hatte leider eine so leise Stimme, dass sie im Straßenraum damit unterging. Das minderte den Erlebniswert der ansonsten perfekt getimten Reise und der schönen Gegend.
Nahezu alle Informationen über die Stadt Waren mussten deshalb aus dem Internet beschafft werden.

Der Tag begann früh: Um 7.15 Uhr eine "Reisemesse" in der Antoniuskirche und um 8 Uhr fuhr der Bus mit 48 Teilnehmern (mehr als sonst) ab.

Waren an der Müritz feierte 2013 sein 750-jähriges Bestehen und ist damit ebenso alt wie Berlin. Es liegt am nördlichsten Ende des größten deutschen Binnensses, der Müritz. Weiter westlich ist Waren über mehrere Kanäle direkt mit weiteren großen Seen (Kölpin-, Fleesen- und Plauer See) verbunden. Das Flüsschen Elde und verbindet die Müritz im Südosten mit der Havel, so dass Wassersportler auch die Berliner Gewässer und die Ostsee erreichen können. Ursprünglich für die Frachtschiffahrt angelegt, spielt diese heute keine Rolle mehr. Die weggefallenen Arbeitsplätze in Industrie und Landwirtschaft konnten nur teilweise durch den Tourismus und das Kurwesen (ein Thermalbad) kompensiert werden. Das "Müritzeum" und die großen Hotelanlagen in Klink und am Fleesensee sind heute Anker des Tourismus .Die Stadtführerin schwärmte vom guten Klima, das durch die nahe Müritz und große Waldgebiete besonders reizarm ist. Die günstige Erreichbarkeit von Berlin und Hamburg über die Autobahn und den ICE-Halt verhilft Waren zu ständig steigenden Besucher- und auch Einwohnerzahlen.

Davon wusste auch Pater Martin Walz (Franziskaner) in der kath. Kirche "Heilig Kreuz" zu berichten. Waren es in der Kaiserzeit und danach vor allem katholische polnische Schnitter, die im Sommer und Herbst in großer Zahl auf die Gutshöfe um Waren kamen und maßgelblich zu Errichtung der Kirche im Jahre 1929 beitrugen, so sorgen heute Ferien- und Kurgäste und viele Rad- und Wasserwanderer für einen Besucherboom in der katholischen Kirche, bis es im Winter wieder stiller wird. Das Kirchlein erinnert besonders von aussen an ein umgedrehtes Boot und ist natürlich mit rotem Backstein verkleidet. Die sehr plastisch wirkenden Holzfiguren (von 1958) und auch die Kirchenfenster (von 1969) gehen auf Entwürfe von Rudolf Brückner-Fuhlrott zurück, der viele katholische Kirchen in der DDR-Zeit künstlerisch ausgestaltete. Das heutige Pfarrgebiet umfasst auch die Gemeinden in Röbel und Malchow, so dass Entfernungen von 70 km zu bewältigen sind - in der Diaspora des Bistums Hamburg nicht ungewöhnlich.

Der Gang durch die ansprechende Fußgängerzone der Warener Altstadt bestätigte, dass die Stadt sehr nachgefragt ist und weniger als andere Orte von Kriegszerstörungen betroffen war. Einige von uns haben es in der Mittagspause auch noch in die viel größeren evangelischen Stadtkirchen St. Georgen und St. Marien geschafft. Zum Mittagessen erwartete uns eine Gaststätte in der Altstadt. Sitzend ging es auch weiter: Auf der 'MS Warsteiner' schipperten wir, kaffeetrinkend, durch den Kölpin- und Fleesensee bis Malchow. Unterwegs hätten wir Wisente und Seaadler sehen können, aber uns fehlten die Ferngläser. Für unser großes Schiff musste dann die Drehbrücke in Malchow geöffnet werden - ein Erlebnis für uns und für die Autofahrer. Schon von weitem grüßte die neugotische filigrane Klosterkirche von Malchow - aber die war leider zugesperrt und ausserdem warteten unser Bus bereits am Anleger ...

Die mitgenommenen Liederbücher kamen erst spät, kurz vor Berlin, zum Einsatz. Schade. Das Wetter meinte es gut mit uns an diesem Tag, es war warm und etwas bewölkt.

Reinfried Mooz - webmaster

Weiterführende Links:
www.waren-mueritz.de/
www.heilig-kreuz-waren.de/
de.wikipedia.org/wiki/Mueritz
www.mueritzeum.de/

Die nachfolgenden Fotos illustrieren den Text.

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Die kath. Kirche Hl. Kreuz in Waren
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Pater Walz
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Der Altarraum von Hl. Kreuz.
 
Halt am Weltkriegsdenkmal - ganz rechts unsere Stadtführerin
 
Schöner Brunnen am Neuen Markt
 
Die beiden ev. Altstadtkirchen: links St. Marien u.rechts St. Georgen
 
Unter Deck ...
 
Auf Deck ...
 
Die Drehbrücke in Malchow
 
Klosterkirche in Malchow
unsere Gruppe auf der Gartenseite des Schlosses
Gruppenfoto vor der kath. Kirche


Die Tabelle unserer Reiseziele seit 2002:

Jahr Bus-Fahrt PKW-Fahrt
2002 Helfta (bei Eisleben) Fürstenwalde / Rauen
2003 Bautzen Wustrau / Neuruppin
2004 Rosenthal (Oberlausitz) St. Albertus ("Berlin")
2005 Rokitno (PL) Jüterbog / Luckenwalde
2006 Spreewald (Kahnfahrt) Bus: 1 Woche Oberlausitz
2007 Hornow / Döbern (Niederlausitz) Himmelpfort / Ravensbrück
2008 1 Woche Würzburg Beeskow / Neuzelle
2009 Meißen Stadt Brandenburg
2010 Magdeburg Ziesar / Bad Belzig
2011 Güstrow Kloster Chorin / Eberswalde
2012 Leipzig Küstrin / Gorgast / Müncheberg
2013 Ludwigslust Alexanderdorf / Bad Saarow

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