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Die Glocken der St. Pius-Kirche

Hörprobe des Geläuts der Piuskirche Heiligabend 2009: Als mp3-Datei, Dauer ca. 30 sec.

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Die Glockengeschichte

Die ersten Glocken der Pius-Kirche wurden am 10. September 1894 von Pfarrer Wilhelm Frank geweiht. Sie waren in Apolda von der Firma Ullrich gegossen worden und auf die Tonfolge H, D und E abgestimmt. Bei der Weihe standen die drei Bronzeglocken - reich geschmückt - am Eingang zum Turm. Die größte hatte ein Gewicht von 60 Zentnern und war ca. zwei Meter hoch. Sie hatte einen Durchmesser von 1,75 m.

Auf dieser größten Glocke war ein Relief des hl. Josef mit dem Jesuskind und die Aufschrift "Ehre sei Gott in der Höhe". Die Benennung nach dem Beschützer Jesu hatte man gewählt, weil der gesamte Kirchenbau der besonderen Obhut des hl. Josef anvertraut gewesen war. Die mittlere Glocke war 36 Zentner schwer und hatte die Aufschrift: "Wie lieblich sind deine Gezelte, Herr der Heerscharen". Sie trug den Namen des hl. Johannes nach der Patin der Glocke. Die kleinste Glocke mit 25 Zentnern erhielt den Namen des Bauherrn von St. Pius und trug die Aufschrift "Deine Barmherzigkeit, o Herr, werde ich preisen in Ewigkeit".

Alle Aufschriften waren in Latein. Das Geläut war ähnlich dem der Sebastianskiche am Gartenplatz im Wedding. Unsere beiden großen Glocken wurden im ersten Weltkrieg beschlagnahmt und eingeschmolzen.

Einige Jahren nach dem 1. Weltkrieg konnte die Gemeinde neue Glocken gießen lassen. Sie stammen auch von einer Gießerei in Apolda (Schilling & Lattermann) und sind aus Eisenhartguss. Diese zweiten Glocken wurden Ostern 1924 aufgehängt. Die Weihe fand am 16. März ebenfalls im Hof vor der Kirche statt - wie bei dem ersten Geläut. Die Tonfolge ist des, f und as. Das Gewicht der Glocken ist geringer als bei den vorherigen. Die Verzierungen sind ähnlich denen der ersten Glocken, nur etwas einfacher ausgeführt. Sie haben ein Flechtwerk zwischen Stegen, darunter jeweils eine Inschrift und darunter ein Kreuzblütenfries. Die Inschriften sind wieder in Latein: GLORIA IN EXCELSIUS DEO (Ehre sei Gott in der Höhe), QUAM DILECTA TABERNACULA TUA DOMINE VIRTUEM (Wie freundlich ist deine Wohnung, Herr der Heere) nach dem Psalm 84 - sie ist also darin mit der alten Glocke identisch - und AVE MARIA GRATIA PLENA (Gegrüßet seist du Maria voll, der Gnade). Alle Glocken tragen Blüten und die Jahreszahl 1924 zwischen den Worten der Aufschriften.

Da diese Gussart nicht für die Verwendung in der Rüstungsindustrie geeignet war, entgingen diese Glocken dem Einschmelzen im zweiten Weltkrieg und rufen noch heute vom Turm der Pius-Kirche. Leider verbrannte die Chronik der St. Pius-Gemeinde bei einem Luftangriff - sie hätte möglicherweise noch weitere Details zu den Glocken enthalten.

Für einige Zeit hatten unsere Glocken ihr Läuten eingestellt, da von Fachleuten geäußert wurde, dass Mängel vorhanden seien. Inzwischen hat sich das aber glücklicherweise nicht bestätigt und und so können unsere Glocken wieder ihren Dienst tun - siehe die Tonaufnahme von Heiligabend.

-ki

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