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20.10.2006- webmaster: Die folgenden beiden Beiträge wurden aus dem Antonius-Pius-Brief 84 vom 15.10.2006 übernommen. Fotos: Klaus Gallas.

Kennen Sie die Oberlausitz?

Gruppenbild in KleinwelkaWenn ja, dann wissen Sie, dass die Landschaft wunderschön ist, überhaupt, wenn die Sonne scheint.
Wir - das waren 24 Senioren und unser Pfarrer - hatten Glück und konnten das in der ersten Septemberwoche genießen.

Schirgiswalde, Zittau, Marienthal, Herrnhut, Görlitz, Kleinwelka und Dresden waren an diesen Tagen unsere Ziele. Wir sahen beeindruckende Kirchen, das große Zittauer Fastentuch, feierten in Görlitz mit den dortigen Senioren hl. Messe mit anschließendem Frühstück, lernten die Herrnhuter Brüdergemeine kennen, bestaunten die Dresdener Frauenkirche und erholten uns im Saurierpark.

Jeder Tag begann mit der Eucharistiefeier. Danach ließen wir uns in unserem Quartier - das war das Feriendorf Fuchsberg - mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnen.

Unser Reiseprogramm füllte jeden Tag ganz aus, so dass nach einem üppigen Abendessen im Feriendorf einige unserer Gruppe sehr müde waren und die Ruhe ihres Zimmers dem abendlichen Beisammensein vorzogen.

Dass alles so gut geklappt hat, verdanken wir zum großen Teil unserer Pfarrsekretärin, die viele vorbereitende Telefonate geführt hat. Wir konnten christliche Gemeinschaft mit viel Lachen, Gesprächen und allem, was zum Miteinander dazugehört, erleben.
Dafür sei allen, die dabei waren, besonders aber dem Herrn Pfarrer, Dank gesagt.
Na, haben Sie vielleicht Lust, bei einer nächsten Fahrten mitzukommen?

R. B.

Das Kloster Marienthal in Ostritz an der Neiße
Die Kirche der Herrnhuter Brüdergemeinde - rechts unten der Gemeindesaal
Das Kloster Marienthal in Ostritz an der Neiße
Die Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine - r.u. der Gemeindesaal
Der Frauenturm in Görlitz (auch: der "Dicke Turm")
Die Kirche "Maria Himmelfahrt" in Schirgiswalde
Der Frauenturm in Görlitz (auch: der "Dicke Turm")
Die Kirche "Maria Himmelfahrt" in Schirgiswalde

Weiterführende Links:

www.bruedergemeine-herrnhut.de

http://www.zittauer-fastentuecher.de/

http://www.goerlitz.de/

http://www.ferien-fuchsberg.de/

http://www.saurierpark.de/

Die Spree nahe ihrer Quelle - Brücke bei Sohland
 
Die Spree nahe ihrer Quelle - eine Brücke bei Sohland


Gedanken über die Frauenkirche

Als wir von Schirgiswalde nach Hause fuhren, machten wir in Dresden Zwischenstopp und besichtigten die 2005 wieder neu geweihte Frauenkirche. Ich saß vor dem gewaltigen Bauwerk und hing meinen Gedanken nach. Mit 12 Jahren stand ich etwa 1955 das erste Mal vor dieser Kirche. Sie war damals nur eine Ruine, denn im Februar 1945 war die Frauenkirche nach zwei Tagen Brand in sich zusammengestürzt. Vor keinem Mahnmal habe ich so tief erschüttert gestanden, wie vor diesem rauchgeschwärzten grauen Steinhaufen mit den zwei stehengebliebenen Seitenteilen. Es war wie eine klaffende Wunde.
Martin Luthers Denkmal, das umgestürzt gewesen war, hatte man wieder aufgestellt. So stand auch er mahnend vor seinem zerstörten Gotteshaus, das durch den Wahnsinn einer menschenverachtenden Ideologie und der vernichtenden Kraft des Krieges entstanden war. Kein Künstler hätte mit viel Klugheit und Gefühl ein solches Mahnmal schaffen können.

     
Ruine der Frauenkirche Dresden
seit 2005
     
Ruine der Frauenkirche Dresden

Rings um diese Ruine wuchsen langsam die Neubauten, wurden die Wunden geheilt. Aber in ihrer Mitte stand die Ruine der Frauenkirche als Mahnung, stand so beinahe fünfzig Jahre.
In den letzten Jahren vor der Wende standen auf den dunklen Steinen der Trümmer kleine Lichter, die Menschen aufgestellt hatten, die die Einheit Deutschlands herbeisehnten. Darunter waren sicherlich auch manche, die beteten. In dieser Zeit war die Ruine ein Symbol der Klage und Hoffnung zugleich.

Dann kam die Wende und der verständliche Wunsch nach einem Wiederaufbau der Frauenkirche. Auch diese Zeit hatte ihre Geschichte und Geschichten. Viele Menschen spendeten Geld. Innerhalb von zwölf Jahren entstand die Pracht der neuen Frauenkirche. Zum Himmel ragt sie nun hoch hinauf und lockt interessierte Menschen von überall her. Sie staunen und bewundern die Schönheit und Pracht des neuen Bauwerks. Verschwunden ist die Mahnung. Viele Touristen ahnen nichts mehr von dem Trümmermeer, das Dresden 1945 wurde.

Dresden ist wieder eine lockende barocke Stadt mit einer neuen Attraktion - der Frauenkirche. Ob aber auch die Beter kommen werden?
Man kann nur hoffen, dass das Gebet nicht im Kommerz und der Repräsentation menschlichen Könnens untergeht. Der Geist des Bösen und seiner zerstörenden Kraft bleibt stets gegenwärtig, meist sehr unbemerkt. Das ist im Angesicht der hellen strahlenden Frauenkirche, die nun wieder den Dresdener Neumarkt beherrscht, leicht zu vergessen und zu übersehen.

Susanne Bogatzki

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