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PKW-Fahrt nach Beeskow und Neuzelle am 6.9. 2008

Auch in diesem Jahr hatten sich PKW-Fahrer für die traditionelle „Renterfahrt“ bereitgefunden. Gemeint war aber nicht eine Rallye der ältesten Autofahrer, sondern die Mitnahme der Älteren auf eine Ausfahrt, die diese meist selbst nicht mehr selbst machen können, weil es am Auto und an der Gesundheit fehlt.

Nach der Messfeier in St. Antonius mit anschließendem Frühstück im Kegelkeller oder in der Sakristei (das ersparte das Treppensteigen) zählte man 10 Autos und insgesamt 41 Leute, die sich an diesem freundlichen Samstag auf den Weg in Richtung Frankfurt (Oder) machten.

Erste Station war die kleine Stadt Beeskow mit ihrer Marienkirche. Wer den kompakten Baukörper (eine der größten Hallenkirchen Brandenburgs) und den Turm von weitem sieht, erwartet innen mehr Breite als Höhe. Und schon gar keine filigrane Statik. Genau damit überrascht aber das Innere der Kirche, wenn auch der teilweise Neuaufbau nach schweren Kriegsschäden noch nicht beendet ist. Nachdem vor 2 Jahren der Turmhelm wieder aufgesetzt wurde, denkt man nun inzwischen an das Schließen der Deckengewölbe im Kirchenschiff. Der sehenswerte neue Dachstuhl aus Unmengen Lärchenbalken wäre dann leider nicht mehr zu sehen. Beneidet wird Beeskow auch um seinen Marienaltar und um die mittelalterlichen Wandmalereien in der ehemaligen Sakristei.
Eigentlich hatte die Kirche kein Glück: 1511 fertiggestellt, 1512 vom Blitz getroffen, 1513 vom Stadtbrand heimgesucht - bald darauf Reformation und Bilderzerstörung ... Im April 1945 brennt die Kirche tagelang.
Die Gemeinde muss sich bis heute in einem heil gebliebenen Seitenschiff versammeln.

Die Marienkirche in Beeskow
Blick ins Kirchenschiff
Im der Altarraum-Baustelle
Das gewaltige neu errichtete Dachgebälk über dem Hauptschiff
Während der Kirchenführung in Beeskow
 
Marienkirche Besskow
Marienkirche Besskow
Marienkirche Besskow
Marienkirche Besskow
In der Marienkirche Besskow
 

Zum Schluss der Führung waren die Fußtüchtigen zum Aufstieg auf die Turmplattform geladen, während sich die anderen schon in der benachbarten „Kirchenklause“ zum Mittagessen einfanden. Die Küche und Bedienung waren vorzüglich.
Noch ein Blick in das Museumhaus am Kirchplatz - und dann ging es schon weiter ins 50 km entfernte Neuzelle. Unterwegs wurde uns Autofahrern die Grenze heutiger Navigationgeräte aufgezeigt, denn Sperrungen auf Kreisstraßen werden natürlich nicht angezeigt. So ging es biblisch zu: Die (technisch) Letzten (ohne Navi) waren die Ersten - sie wurden mit der pünktlich begonnenen Führung in der Stiftskirche belohnt.

Die Stiftskirche Neuzelle "von oben"
Die Stiftskirche Neuzelle "von unten"
In der barocken Stiftskirche
Die engagierte Kirchenführerin
Die Orangerie im Klostergarten
Gruppenfoto

Stiftskirche Neuzelle
Stiftskirche Neuzelle
Stiftskirche Neuzelle
Stiftskirche Neuzelle
Klostergarten Neuzelle
Gruppenfoto im Klostergarten Neuzelle

Im Gegensatz zu Beeskow fühlten wir uns hier wie zu einem Heimspiel: Alles katholisch und vertraut - zu diesem Gefühl trug natürlich auch die kompetente und lebendige gemeindeeigene Kirchenführung bei. Welche Welten liegen zwischen unseren schlichten Berliner Kirchen und böhmischem Barock! Dass man in der Niederlausitz bis 1815 eher nach Prag blickte als zum nahen Berlin, war uns schon geläufig.

Die DDR-Zeit im Stift Neuzelle war geprägt von Schikanen und Beschlagnahmungen kircheneigener Gebäude und Flächen. So kam es dazu, dass sozialistische Lehrer und katholische Priester (Neuzelle war Außenstelle des Erfurter Priesterseminars) auf dem gleichen Gelände ausgebildet wurden. Eine geliebte Nachbarschaft war das aber keineswegs.
Pfarrer Birkhahn erinnerte sich, dass er in der Klosterkirche (wie alle anderen Studenten) seine erste Predigt als junger Theologiestudent vor seinen Mitbrüdern hielt. Danach gab es die "Auswertung".

Die bauliche Erneuerung der Kirche und der Rückbau von Fremdnutzungen haben 2008 ein Zwischenziel erreicht: So ist auch der berühmte Klostergarten, der sich von der Kirche auf der Anhöhe in Terassen abwärts bis zum Oderdeich erstreckte, in einem ersten Teil wiederhergestellt. Ein hinterer Streifen ist aber noch Laubenkolonie - abgeschirmt durch Buchenhecken.

In der Orangerie des Klostergartens war für uns Kuchen und Kaffee bestellt. Von da hat man einen besonders schönen Blick auf den neu gestalteten und bepflanzten Barockgarten, die frisch begrünten Bergterassen und die Kirchen darüber - das benachbarte schlichte doppeltürmige Kirchlein gehört der evangelischen Gemeinde.

Auf der Rückfahrt in Richtung Eisenhüttenstadt/Frankfurt erinnerten manche Ortschilder an die schöne, aber gefährliche Lage in der Flussniederung der Oder.
Möge dieses Gartenkleinod künftig verschont bleiben vom Hochwasser!

Siehe auch: www.beeskow.de
  www.kloster-neuzelle.de

Fotos: R. Mooz, R. Kaps, K. Gallas (Gruppenfoto Neuzelle)

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