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PKW-Fahrt nach Küstrin-Gorgast-Müncheberg am 25.8. 2012


Die 24 1/2 Teilnehmer der "Rentnerfahrt" wussten schon vorher: Wir werden bei schönem Wetter unterwegs sein und eine ziemlich entlegene Gegend aufsuchen. Natürlich ist die Strecke vorher abgefahren worden. Die Wegbeschreibung bekamen die sechs Autofahrer ausgehändigt.
Nach der "Reisemesse" um 9 Uhr ging es in St. Antonius los und - immer auf der B1 - war Küstrin eigentlich nicht zu verfehlen. Dass eine Tankstelleneinfahrt die 'große Kreuzung' in das "Zentrum" sein soll, passte zu dem, was uns in Küstrin erwartete: Eine
Suche nach der in den Kämpfen um die "Festung Küstrin" 1945 untergegangenen Altstadt. Nur noch an Bordsteinen, Treppenstufen und Kellergewölben kann man den historischen Straßenverlauf heute noch erkennen. Immerhin erleichtern zweisprachige Straßenschilder die Orientierung und unser deutscher Reiseführer hatte große farbige Stadtansichten von früher dabei. Die Szenerie war gespenstisch - denn es gab nicht ein einziges erhaltenes Gebäude mehr und dann tauchte auch noch ein zwielichtig anmutender Mann auf, der sich als "Museumsdirektor" ausgab und uns, am Ende mit der Polizei, aus Küstrin verjagte. Hintergrund der in Polnisch ausgetragenen Kontroverse war ein Streit, wer und zu welchen Konditionen in dieser Einöde, die ein Museum sein soll, deutsche Touristen führen darf.

In der "Altstadt" von Küstrin heute
Die Polizei beendet unsere Stadtführung

Beim Mittagessen im "Wagenrad" in Bleyen erfuhren wir vom Reiseführer, was die Festung Küstrin europaweit bekannt machte: Die Hinrichtung von Leutnant Hans Hermann von Katte, Jugendfreund von Friedrich dem Großen, im Jahr 1730. Jedenfalls war die erzählte Geschichte um die Fluchtpläne Friedrichs nach England hoch spannend und einiges davon ist wohl bisher auch falsch dargestellt worden. Mehr ist unter den Links zu erfahren.
Das denkmalgeschützte Fort Gorgast ist, obwohl 6 km von Küstrin entfernt, als Außenanlage der Küstriner Festung zuzurechnen. Erstaunlicherweise blieb das Fort im Krieg unbeschädigt. Die Schäden der Nachnutzung durch die Rote Armee werden schrittweise behoben. Weil es bei seiner Fertigstellung 1889 schon militärisch überholt war, wurde das Fort nur noch als Depot und Kaserne genutzt, zuletzt von der NVA. Leider erlaubt der nicht festungsgerechte Baumbewuchs keine Sicht mehr auf Küstrin und zur nahen Reichsstraße 1 (heute die B1) sowie zur Ostbahn. Beide strategisch wichtigen Verbindungen nach Königsberg sollte das Fort mit seinen Kanonen sichern. Die gewaltigen Ausmaße der "unterirdischen" Gewölbe und Gänge sind beeindruckend und auch außen lassen die massive Erdaufschüttungen vergessen, dass man sich im flachen Oderbruch befindet.

  
  Die Altstadt von Küstrin damals    |   Daneben: Friedich II. als "Kunstwerk"
Im "Wagenrad" in Bleyen kann unsere Küstrin-Führung sicher beendet werden
Am Außenzugang des Forts Gorgast
Im Inneren unterwegs

Ziemlich in Zeitverzug geraten, blieb in der Klosterkirche in Altfriedland nur noch eine kurze Führung und ein Anspiel auf der alten Orgel, weil in der neu gebauten Klosterschänke auf dem Gelände bereits zum Kaffee für uns eingedeckt war. Der nahe Badesee und die Restaurierungsarbeiten am alten Kloster lockten zum Verweilen - aber es stand noch eine weitere Kirche auf dem Tourenplan: Die katholische Kirche St. Michael in Müncheberg, vor der uns Pfarrer Bernhard Töpfner bereits erwartete: Auch er, wie Pfarrer Birkhahn, aus Berlin-Schöneweide und mit einigen Kaplans- und Pfarrerstellen lange ein "Berliner". Er sieht seinem Ruhestand in einigen Jahren entgegen. In der "an Mitgliedern kleinsten Gemeinde im Bistum", wie er scherzhaft sagte, denn nach ihm steht dann die Fusion St. Hedwig-Müncheberg/Buckow mit Fürstenwalde an. Dennoch ist die Kirche im Sommer immer voll, dank der Gäste aus dem nahen Berlin und vieler Urlauber. Das trifft auch für die Filialkirche in Buckow (Märk. Schweiz) zu. Das auffällige Altarbild kam manchem irgendwie bekannt vor: Es stammt aus der Pappelallee in Berlin, wo es nach dem Umbau im Bischof-Ketteler-Haus nicht mehr gebraucht wurde.

 
In der Klosterkirche von Altfriedland
Die Orgel der Kirche
 
 
Die archtitektonisch gewagte Klosterschänke auf dem Klostergelände
Die Straßenansicht der Kirche "St. Michael" zu Müncheberg
 
   
 
Im Innern der Kirche. Das Altarbild ist, wie Pfarrer Töpfner, auch aus Berlin.
Norbert, der Organisator der Fahrt, und beide Pfarrer kennen sich ...
 
 
Gruppenfoto vor der St. Michael-Kirche Müncheberg
 

Das Fazit: Eine interessante Reise mit hohem Neuigkeitswert, aber mit einem für eine "Rentnerfahrt" zu dichten Programm. Der Zeitdruck war der Orientierung wie dem Gruppengefühl abträglich. Im nächsten Jahr sollten navigerechte Zielangaben und Handynummern des Fahrers im "Gelben Trikot" auch mit auf dem Zettel stehen!

Reinfried Mooz - webmaster

Links zum Weiterlesen:
www.in-berlin-brandenburg.com/Brandenburg/Landkreise/Maerkisch-Oderland/Infos/Festung-Kuestrin.html
www.vfdgkuestrins.de/texts/hzollern.html
www.fort-gorgast.de/
www.klosterkirche-altfriedland.de/
www.st-hedwig-buckow-muencheberg.de/


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