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PKW-Fahrt nach Ziesar und Belzig am 11.9. 2010


Nach der PKW-Fahrt 09/2009 in die Stadt Brandenburg und der Busfahrt im Juni 2010 nach Magdeburg wurden auch für die diesjährige PKW-Fahrt mit Ziesar und Belzig zwei Orte ausgewählt, die kirchengeschichtlich in einer Beziehung zu Magdeburg und Brandenburg standen.

Gruppenfoto zum Abschluss (Foto: K. Gallas)

Am 11.9., einem Samstag, trafen sich um 8.30 Uhr die 30 Teilnehmer zur traditionellen "Reisemesse" in der Antoniuskirche und zum anschließenden Schnellfrühstück. Der Wetterbericht verhieß einen sonnigen Tag.
Für 11 Uhr war die Führung in der Burg Ziesar angesetzt. Der weithin sichtbare Bergfried (der 35 m hohe Turm der Burg) lotste auch die, die sich noch in Ziesar verfahren hatten, sicher zum Ziel.

Wir kamen in den Genuss einer überaus kundigen und lebendigen Führung durch ausgewählte Räume der "Bischofsresidenz Burg Ziesar", die erst seit 2005 allgemein zugänglich ist. Von 1993 an wurden die Ein- und Umbauten der vorherigen Nutzer beseitigt und dabei ist vieles wiederentdeckt worden, was längst verloren und vergessen schien. Die Nutzung der Burg nach 1945 zu Wohnzwecken (für viele Umsiedler) und ab 1954 als Schulinternat brachte zwar Verluste und bauliche Eingriffe mit sich, bewahrte aber die Bausubstanz vor weiterm Verfall und Abriss. Die Schlosskapelle hatte es besser: Schon 1952 kam es zur Überlassung an die katholischen Ortsgemeinde, die durch viele Umsiedler aus Schlesien sehr stark angewachsen war. Diese Geste war für die damalige Zeit und auch wegen der Nähe zu einem staatlichen Schulgebäude sehr ungewöhnlich.

Der Bergfried mit seiner "Bischofsmütze"
Die Führung durch die Ausstellung beginnt
Der Bergfried mit seiner "Bischofsmütze"
Die Führung durch die Ausstellung beginnt
An der Pforte zur Burgkapelle
Der Altarfries mit den 4 Aposteln
An der Pforte zur Burgkapelle
Der Altarfries mit den 4 Aposteln
Wandmalereien
Erklärung des Altarfrieses
Wandmalereien
Erklärung des Altarfrieses
St. Bonifatius in Belzig
3 der Kirchenfenster
St. Bonifatius in Belzig
3 der Kirchenfenster

Die Burg-Ausstellung "Wege in die Himmelsstadt: Bischof - Glaube - Herrschaft" ist somit ein Zeugnis neuester wie mittelalterlicher Zeitgeschichte, dabei vor allem der Christianisierung des Gebietes östlich der Elbe. Was die Burg Ziesar von vielen Burgen im Lande abhebt, ist ihre Entstehung und Nutzung als Bischofs-Burg, denn in der Zeit ihres intensiven Ausbaus von 1327-1571 war sie ständiger Sitz der Bischöfe von Brandenburg. Dass die Bischöfe lieber in Ziesar als im nassen Brandenburg wohnten, erklärt sich aus der trockenen Lage der Burg auf einem kleinen Höhenrücken und der guten Heizung in der Burg Ziesar, in die vor allem Bischof Dietrich von Stechow in seiner Bischofszeit von 1459 - 1479 viel investierte und die, wieder freigelegt, in ihrer Funktionsweise besichtigt werden kann. Nicht nur der damals ungewohnte irdische Wohnkomfort wie diese "Zentralheizung" und die Toiletten mit Wasserspülung (über einem unterirdischen Abwasserkanal) zeichneten die Bischofsburg aus, auch die innige Beziehung der Bischöfe zum Jenseits: In der Burgkapelle sind dazu interessante Zeugnisse erhalten geblieben. Vor allem die Ausmalungen um 1500 im Deckengewölbe (der Garten Eden als Laubengarten mit Rankenwerk) und den Emporen (mit der Mondsichelmadonna) sind, etwas verblasst, bis heute sichtbar erhalten und müssen damals mit ihrer Leuchtkraft und Symbolik großen Eindruck gemacht haben.

Nach der Reformation war damit Schluss: Weiße Tünche verdeckte für Jahrhunderte diese Pracht, die Heizungsgewölbe wurden verfüllt und Fremdnutzung und Abrisse setzten der Burg zu. Auch noch heute ist die Burg in ihrem Kernbereich eine imposante Anlage, die zu Unrecht im Schatten der Dome von Brandenburg und Magdeburg steht. Die erwähnte Burg-Ausstellung sei hier besonders empfohlen, denn sie holt mit ihrer modernen Konzeption den Besucher dort ab, wo der sich auskennt: In der heutigen Zeit. Man stellt Fragen, die die Leute von heute an das Alte haben und gibt Antworten, die aktuelle Seh- und Mediengewohnheiten berücksichtigen.

Zu weiteren historischen und architektonischen Details sei auf das Internet verwiesen:
www.burg-ziesar.de  und www.ziesar.de (Link Geschichte).
Auch das Mittagessen hatte etwas mit der Burg zu tun: Das nahmen wir im Restaurant des "Burg-Hotels" in der Stadt ein.

Dann machte sich unser Fuhrpark wieder auf die Reise - in das ca. 40 km entfernte Bad Belzig. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten (die Burg Eisenhardt und den alten Stadtkern) ließen wir links liegen und steuerten direkt die katholische Kirche St. Bonifatius an, wo uns Kaplan Stegemann willkommen hieß. In der 1932 auf einer Anhöhe erbauten Kirche fallen vor allen die schönen Fensterbilder auf. Der Einzugsbereich, den der Geistliche inzwischen zu betreuen hat, erstreckt sich bis nach Treuenbrietzen im Osten und der Stadt Brandenburg im Norden, also über eine Distanz von fast 50 km. Trotzdem gelingt auch hier Gemeindeleben und besonders die Ökumene ...

Zum Kaffeetrinken und Kuchen essen fuhren wir weiter in ein Cafe im Ortsteil Borne, wo auch das obligatorische Gruppenfoto (ganz oben) entstand. Für das schöne Wetter dieses Tages waren wir besonders dankbar, weil bisher eher Regen herrschte. Auch die Logistik klappte bestens.

Reinfried Mooz - webmaster


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