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Erwachsenenkreis 1

Wir über uns:

Wir (s. unten) sind der z. Zt. zahlenmäßig stärkste Kreis unserer Gemeinde. Unsere mehr als 30 Jahre Zusammensein stehen für die neuere Geschichte von St. Antonius. Besonders bei der baulichen Instandhaltung und der Gestaltung von kirchlichen Höhepunkten fanden wir uns.
Hinzugekommen ist nach der Gemeindefusion 2003 der Erwachsenenkreis der ehemaligen St. Pius-Gemeinde.

nach der Firmung 2009 in den Pfarrräumen
In Gramon 2008


Reisen des Erwachsenenkreises 1

Zur Direktanwahl der Reiseziele der letzten Jahre:

Jahr
Teilnehmer
Land
Region
13
Österreich
Burgenland
13
Österreich
Wachau
14
Österreich
Graz
16
Deutschland/Schweiz
Bodensee
16
Luxemburg/Belgien
Echternach, Lüttich
21
Belgien
Brügge, Ypern
21
Belgien
Brüssel, Antwerpen

Unterwegs im Burgenland - Mai 2012

Nun schon zum fünften Mal machten sich 13 Leute des Erwachsenenkreises 1 und unser Herr Pfarrer (zum 4. Mal) für eine Woche auf den Weg ins schöne Österreich.
Unser Ziel am 4. Mai war das Burgenland, das östlichste und kleinste Bundesland Österreichs. Bekannt ist es durch Esterhazy-Schlösser, Haydn-Kirchen, Ritterburgen, Türkentürme, seinen Weinanbau und nicht zuletzt durch den Neusiedler See. Um den See herum zieht sich ein bis zu 5 km breiter Schilfgürtel - Lebensraum für etwa 300 Vogelarten und viele seltene Pflanzen. Dieser einzigartige Landschaftsbereich zählt [zusammen mit seinem ungarischen See-Anteil - Red.] zum UNESCO-Welterbe und steht als Nationalpark zudem unter Naturschutz.
In Mörbisch am See, einem hübschen kleinen Weinort, bezogen wir nach langer Fahrt am späten Freitagnachmittag auf dem „Peterhof" unser Quartier. Der „Peterhof“ sollte sich als gemütliches Weingut erweisen mit besten Voraussetzungen, um die kommenden Tage am Abend in fröhlicher Runde bei einem Gläschen Wein, Gesang und munterem Schwatzen ausklingen zu lassen.
Am Sonnabend ging es dann richtig los, erstes Ziel der Weinort Rust. Schon auf dem Weg dorthin erste kleine Naturerlebnisse: Stolze Grauganseltern präsentierten ihren niedlichen Nachwuchs am schilfbestandenen Wegesrand, ein Goldfasan stolzierte über die Fahrbahn und verursachte fast einen kleinen Autostau. In Rust erwartete uns eine denkmalgeschützte Altstadt Bürgerhäuser aus dem 16./17. Jh. mit bunten Barock- und Renaissancefassaden prägten das Stadtbild. Das kunsthistorisch bedeutendste Bauwerk der Stadt, die Fischerkirche, älteste Kirche im Burgenland, hat mit schönen Fresken aus dem 12.Jh. beeindruckt.

Und noch eine Besonderheit ganz anderer Art gab es in Rust: Wohin das Auge schaute, Storchennester hoch oben auf den Kaminen der Häuser. Bis zu 18 Storchenpaare sollen sich hier in luftiger Höhe wohlfühlen. Uns erfreuten einige mit einer Flugschau und munterem Geklapper.

Eisenstadt - KalvarienbergEin Muss für jeden Burgenlandtouristen ist Eisenstadt, die Hauptstadt des Burgenlandes und bis heute Residenzstadt der Fürstenfamilie Esterhazy. Hier feierten wir in der Domkirche St. Martin, einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche aus dem 15. Jh., den Sonntagsgottesdienst. Danach war ein Stadtspaziergang angesagt: Bergkirche, Esterhazy-Schloß, Schlosspark. Eisenstadt, geprägt vom prächtigen, barocken Esterhazy-Schloss, ist untrennbar verbunden mit dem Namen Josef Haydn.
30 Jahre seines Lebens hat er hier in fürstlichen Diensten verbracht, viele seiner Werke hier komponiert und sowohl im prunkvollen Haydn-Saal des Schlosses als auch in der Bergkirche uraufgeführt. Und so erklang wie auf Bestellung beim Betreten dieses Gotteshauses als leise Hintergrundmusik das Agnus Dei aus der Paukenmesse -für so manchen Haydn-Liebhaber ein ganz besonderer Kunstgenuss, wie auch das Orgelkonzert am Abend in der Domkirche.
Auch Burgbesichtigungen standen auf unserem Reiseprogramm, so die Burg Forchtenstein, von den Esterhazys wegen der drohenden Türkeneinfälle im 17. Jh. mit Toren und Höfen ausgebaut. Im Rahmen einer Führung konnten wir viel Wissenswertes und auch so manches Histörchen erfahren: So wurde in einem edlen, kronenartigen Behältnis eine "kalte, zitternde süße, bunte Sulz serviert". Wer da an Pudding denkt, der liegt genau richtig.
Diese „Sulz" war offensichtlich auch schon im 17. Jh. eine Köstlichkeit. Neben der vielen „geistigen Nahrung" in Kirchen, Schlössern und Burgen war auch für das leibliche Wohl stets gesorgt. Sei es in Gaststätten, an liebevoll restaurierten Marktplätzen, in Hinterhoflokalen mit gemütlichem Ambiente, in kleinen Straßencafes oder bei einer Weinverkostung auf unserem ‘Peterhof' - immer konnten wir regionale Spezialitäten auswählen und genießen: Man nehme z. B. einen Biskuitteig, Vanillecreme, in Rum getauchte Rosinen, Marillenmarmelade, Schlagober und Schokoladensauce, schichte alles übereinander und heraus kommen Somloer Nockerln. Und dazu trinke man einen kleinen Braunen, großen Braunen, verlängerten Braunen, eine Melange, einen Milchkaffee, einen Großmutterpott - die Kaffeemöglichkeiten sind fast unbegrenzt, aber schon etwas verwirrend.

Grupenfoto vor dem Esterhazyschloss Fertöd

Vom Wetter wurden wir die ganze Woche mehr als verwöhnt. Und so machten wir am letzten Tag noch eine kleine schöne Wanderung hinauf zur Burg Seebenstein. In die Burg hineinkamen wir leider nicht, wurden aber außerhalb der Burgmauern von der „Lutherkanzel", einem Felsvorsprung, mit einem herrlichen Blick ins weite Land belohnt. Ein stimmungsvoller Abschluss unserer Reise!
Und so war es wieder eine tolle, erlebnisreiche Zeit, die wir zusammen verbrachten. Wir haben wohltuende Gemeinschaft erlebt, viel gelacht, gesungen, uns ausgiebig untereinander ausgetauscht.
Herrn Behr von uns allen ein Dankeschön für die wie immer perfekte Vorbereitung und inhaltliche Gestaltung einer schönen Reise.

Text: FH (auch im AntoniusPiusBrief 118 vom 20.5. 2012)
Fotos: W. Greulich
(kleines Foto: Kirche auf dem Kalvarienberg in Eisenstadt. Darunter: Gruppenfoto vor dem Esterhazyschloss in Fertöd im nahen Ungarn)

Von Berlin in die Wachau - 2011

Die Wachau – das sind etwa 30 km Donaulandschaft zwischen dem Stift Melk und der Stadt Krems. Sie ist eine sehr fruchtbare Gegend. An den Hängen ziehen sich Weinberge hinauf, während sich im Tal weite Obstplantagen, vor allem Marillen (Mirabellen), eine Spezialität der Gegend (für Konfitüre und Likör) aneinanderreihen.12 Leute vom Erwachsenenkreis 1 und Pfarrer Birkhahn machten sich am frühen Morgen des 21. Mai auf den Weg.
Erstes Etappenziel war – wie immer, wenn es südwärts geht – die Autobahnraststätte Frankenwald. Dieses Mal gab es einen Geburtstag zu feiern und so fiel der traditionelle Kuchen üppiger aus. Am Nachmittag erreichten wir Krems und bezogen unsere Zimmer in der Pension „Goldener Engel“. Eine erste Erkundungstour folgte – und es gab sogar ein kleines Fest „das Simandl-Brunnenfest“. Wir konnten Spezialitäten probieren, und wenn wir gewollt hätten, auch ein flottes Tänzchen wagen.
Unsere Pension hatte noch etwas Besonderes zu bieten. Über eine steile Treppe gelangte man zu einem idyllischen Garten mit Swimmingpool und Sitzplatz mit nicht zu überbietender Aussicht. Hoch über der Donau und im Angesicht von Stift Göttweig beendeten wir mit Gesprächen, Gesang und einem Gläschen Zweigelt unsere ereignisreichen Tage.
Den Sonntagsgottesdienst feierten wir in der Kapelle der Englischen Fräulein, wir füllten die Kapelle fast. Am Ende des Gottesdienstes freuten wir uns über das Lob der Pfortenschwester; so einen vollen Gesang hätten sie selten.

Gruppenfoto im Stift Melk
Gruppenfoto im Stift Melk


Am Montag ging es dann richtig los mit dem Besichtigungsprogramm: Kartäuserkirche Aggsbach-Dorf, in einem engen Tal gelegen. Beeindruckend der letzte erhaltene Flügel des gotischen Kreuzgangs, der Kirchenraum selbst und der Hochaltar im Jugendstil. Anschließend erklommen wir – per Auto – die Burgruine Aggstein. Sie thront hoch über der Donau auf einem Felsensporn, mit weitem Blick über die Wachau. In der Nibelungen-Ausstellung konnten wir überprüfen, was an Wissen aus der Schulzeit noch übriggeblieben ist.
Nach soviel Kultur knurrten unsere Mägen. In einem idyllischen Biergarten konnte jeder nach Belieben schlemmen und lernen, dass Terrine nicht unbedingt eine große Suppenschüssel ist.
Ein Höhepunkt unserer Reise war das Stift Göttweig – unsere abendliche Aussicht. Das Benediktinerkloster in seiner heutigen Form ist im Barockstil ausgeführt, aber nie vollendet worden. Im Innern dominiert die reich geschmückte Stiftskirche. Bemerkenswert ist auch die Kaiserstiege mit Deckengemälden. Sie soll eines der schönsten Treppen­häuser des Barock sein.
Ein starker Kontrast zum schwelgerischen Barock von Stift Göttweig war der Klangturm in St. Pölten - ein markantes Wahrzeichen für Klangkunst in Österreich. Auf Drei-Ebenen-Klangkugeln, die optisch schwebend angebracht sind, setzen sich die Ausstellungsmacher mit Klang als Objekt, Klang im Raum und Klangspielen auseinander. Besonders die Klangspiele hatten es uns angetan. Hier konnte jeder nach Herzenslust experimentieren und freute sich, wenn anhörbare Kombinationen zustande kamen.

Der kunsthistorische Höhepunkt der Wachau ist zweifellos das Stift Melk, man sieht es schon an der geparkten Zahl der Reisebusse. Stift Melk ist eines der schönsten und größten einheitlichen Barockensembles Europas. Seit 1089 leben und wirken in ununterbrochener Tradition Benediktinermönche im Stift Melk. Leider ist das Stift nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, so dass man von der sehr interessanten Ausstellung „Unterwegs vom Gestern ins Heute“ nur Bruchstücke mitbekam. Zum Glück durften wir die Stiftskirche allein besichtigen und so unserem individuellem Rhythmus folgen.
Nach der geistigen Nahrung folgte auch hier die leibliche. Im Ort Melk zogen wir zunächst unschlüssig von Lokal zu Lokal bis vor einem Fleischerimbiss eine Verkäuferin geschäftstüchtig sofort Plätze für uns 13 organisierte. Es hat geschmeckt. Es gäbe noch einiges über weitere Kirchen, Burgen und Schlösser zu berichten. Aber der Platz ist begrenzt ...

Das Wetter verwöhnte uns bis Donnerstag. Am Freitag – als wir uns zwei nette kleine Weinorte ansehen wollten – begann es zu regnen. So konnten wir nicht zweifelsfrei überprüfen, ob Weißenkirchen wirklich der hübscheste Weinort der Wachau ist. Im Regen besichtigten wir die Wehrkirche Maria Himmelfahrt, zu der wir über eine überdachte Treppe gelangten. Eine Kostbarkeit ist eine Madonna mit Kind aus dem 15. Jahrhundert. Die Wehrmauer, die 1531 im Hinblick auf die Türkeneinfälle errichtet wurde, ist bis heute erhalten. In Weißenkirchen lernten wir eine weitere Spezialität der Wachauer Küche kennen – Saumaisen. Sie erinnern etwas an Saumagen, sind aber ohne Kartoffeln in der Füllung. Der Regen lässt nicht nach und verschlägt letztlich auch die Lust auf eine geplante Weinverkostung. Hauptsächlich wird in der Wachau Grüner Veltliner angebaut, ein spritziger Weißwein. Bei Sonnenschein schmeckt der natürlich besser. So ergibt sich ein fast freier Nachmittag, den jeder auf seine Art verlebt. Abends gibt es die lange Nacht der Kirchen in Krems. Man muss nochmals mit dem Regenschirm los - nicht jedermanns Sache.
Aber das kleine Konzert mit Orgel und gregorianischen Gesängen in der Spitalkirche entschädigt dafür und ist ein stimmungsvoller Abschluss einer tollen Woche.

Wir haben wie immer auf unseren Reisen Zeit gehabt für gute Gespräche, Singen nach Herzenslust und viel miteinander gelacht. Dies alles konnte so gut gelingen, weil Herr Behr die Tagesprogramme hervorragend geplant hatte. Herzlichen Dank!

GL


"Auf Tunnelfahrt in Österreich" - 2009

Vom 9. bis 16. Mai 2009 war der Erwachsenenkreis 1 wieder auf Reisen, diesmal in Österreich in der Steiermark. Unser Quartier hatten wir im "Hüttendorf Präbichl" bei Eisenerz, welches unsere Gruppe mit 14 Personen allein bewohnte. Der Blick aus dem Fenster bot eine malerische Aussicht auf die hohen schneebedeckten Berge.

Für uns wird die Fahrt als „Tunnelfahrt“ in Erinnerung bleiben. Tunnel mit einer Länge von 200 m bis zu 10 km wurden mehrmals durchfahren - denn wir waren wieder viel unterwegs. Der erste Weg führte uns in die Benediktinerabtei nach Admont, wo wir am Muttertag den Gottesdienst mitfeierten, begleitet von Hausmusik: Zither und Gitarre. Eine weitere Abtei der Benediktiner gab es in Seckau zu besichtigen. Auch das Augustiner-Chorherrenstift in Vorau wurde unser Ziel.

Besonders sehenswert waren in diesen Abteien, neben den Kirchen, stets die mit zahlreichen Fresken und Schnitzereien ausgestatteten Klosterbibliotheken. Weitere Ausflüge führten uns in den Marienwallfahrtsort Mariazell, auf die 850 Jahre alte Riegersburg und in das Lipizzanergestüt nach Piber.

 
Gruppenfoto in Graz
 
Pfau im Schlosspark Eggenberg
Vor der "Hundertwasser"-Kirche in Bärnbach

Graz hat viele Kirchen anzusehen, dazu den bekannten Uhrturm auf dem Schlossberg und sehr interessante Innenhöfe. Auf Schloss Eggenberg kann man, neben vielen prunkvoll ausgestatteten Räumen, auch radschlagende Pfauen im Schlosspark bestaunen. Beim neuen Kunsthaus Graz (2003) hat man den Eindruck, "als ob ein freundlicher Außerirdischer gelandet sei".
In der Nähe von Graz gab es noch zwei kleinere Kirchen zu besichtigen, die von österreichischen Künstlern gestaltet wurden: In Thal durch Prof. Fuchs im Stil des Wiener Fantastischen Realismus als „Pilgerweg zum Himmlischen Jerusalem“ und in Bärnbach durch Friedensreich Hundertwasser besonders phantasievoll ausgeführt.

Wie immer wurden die Tage bei Wein und Gesang abgeschlossen.

Es war wieder eine interessante Reise, auf der wir viel Neues und Eindrucksvolles kennen gelernt haben. Dank unserem Herrgott, der uns wieder gesund nach Hause geführt hat!

H. u. W. Greulich

(Text aus dem AntoniusPiusBrief 101 vom 30.8.2009)


"Die Fischerin vom Bodensee - 2008"
Bericht von der Fahrt des Familienkreises 1

Die schöne Maid haben wir zwar nicht getroffen, dafür aber den Fischer, der die Felchen (beliebter Fisch in der Region) aus dem See holt. —
Zum Bodensee ging also diesmal die jährliche, traditionelle Frühjahrsfahrt des Familienkreises 1 vom 26. April bis 3. Mai. Einschließlich unseres Herrn Pfarrer waren 16 Teilnehmer mit von der Partie. Quartier haben wir bezogen in verschiedenen Bungalows einer Ferienanlage in Immenstaad in der Nähe von Meersburg. Über das schöne Wetter, das wir mitgebracht hatten, waren die Leute so erfreut, dass sie uns für einen mit Mangel behafteten Bungalow gleich vier andere zum Umtausch anboten. Den mit dem besten Blick über den Bodensee haben wir natürlich genommen. Übrigens hatten wir dabei nicht ein Dreimädelhaus, sondern ein Dreimännerhaus (Käpt‘n, Herr Begall, Herr Rieger). „Befrühstückt" haben sich die Herren selber, aber zum Abendbrot waren sie dann immer eingeladen. Die Gegend um den Bodensee herum ist sehr geschichts- und kulturträchtig und es gibt vieles zu besichtigen.

 
Auf der Insel Reichenau in Niederzell vor der Kirche St.Peter und Paul
 
Stein am Rhein
 
Wallfahrtskirche St. Maria in Birnau
 
Überlingen - Münster


Angefangen haben wir gleich mit Meersburg. Die Schönheit dieser Stadt hat schon die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die hier einige Jahre lebte, in den höchsten Tönen gelobt.Die Aussicht von der Burg über den Bodensee ist auch einmalig. Auf der anderen Seite des Sees im schweizerischen St. Gallen beeindruckte das ehemalige Benediktinerkloster mit seiner barocken Kathedrale und der herrlichen berühmten Stiftsbibliothek im Barockstil mit geschriebenen und gemalten Kostbarkeiten, heute zum Weltkulturerbe gehörend. Das weithin als Stadt der Spiele bekannte Städtchen Ravensburg mit seinem mittelalterlichen Flair war unser nächstes Ausflugsziel. In der Nähe befindet sich Stadt und Kloster Weingarten mit seinem „schwäbischen Petersdom", der größten Barockbasilika Deutschlands. Knapp haben wir den traditionellen „Blutritt", eine große Pferdeprozession mit Tausenden von Reitern, verpasst. Überhaupt sind Reiterprozessionen in dieser Gegend beliebt. So gibt es bei Kloster Ochsenhausen, das wir auf der Heimfahrt kurz streiften, ebenfalls im Mai einen St. Georgs-Ritt, an dem auch der Bischof teilnimmt. An Schlössern haben wir das prachtvolle Schloss Tettnang besichtigt, das von den Grafen von Montfort im 18. Jh. erbaut worden war und Schloss Salem, d.h. die Außenanlagen, die Kirche und den Betsaal. Schloss Salem, ehemaliges Zisterzienserkloster von 1134, ist heute eine Eliteschule, an der viele bekannte Persönlichkeiten die Schulbank drückten und jahrelang von dem Pädagogen und Buchautor Bueb geleitet wurde.

Eine Perle des oberschwäbischen Rokoko ist die Wallfahrtskirche Birnau, malerisch auf einer Anhöhe gelegen mit Blick über den Bodensee. Auf dem Weg nach Überlingen haben wir sie besucht und sie viele Male beim Vorüberfahren von der Straße her gegrüßt. Überlingen, ein mediterranes "Nizza am Bodensee", ist ein beliebtes Touristenziel mit seinen steilen Gassen und der schönen Altstadt. Historische und steinerne Kostbarkeiten sind z. B. die Reste der alten Befestigungsanlage, die gotische Basilika des Franziskanerklosters und das Rathaus mit seinem ungewöhnlichen Figurenschmuck.

Was man natürlich nicht verpassen darf, wenn man schon in dieser Gegend ist, ist der Rheinfall von Schaffhausen. Wer ihn noch nicht gesehen hatte, war beeindruckt von der Wucht und Kraft dieser Wassermassen. Weiter gings nach Stein am Rhein. Dieses malerische Städtchen mit seinen Erkern und Fachwerkgiebeln der Bürgerhäuser und Fassadenmalereien zieht Touristen in Scharen an und lud uns ein zu einem gemütlichen Nachmittagsbummel.

Am letzten Tag haben wir die Insel Reichenau besucht. Intensiver Gemüseanbau, Fischerei und Weinanbau prägen das Bild dieser Insel, die trockenen Fußes durch einen aufgeschütteten Fahrdamm zu erreichen ist. Die Stiftskirche St. Georg in Oberzell birgt gut erhaltene Wandmalereien aus dem 10. Jh. und das Münster von Mittelzell war einst die Kirche einer mächtigen Benediktinerabtei bis ins 18. Jahrhundert. Hier haben wir endlich den vielgepriesenen Felchen genossen. Einige Unermüdliche haben in der Abendstunde noch schnell einen Abstecher zur Insel Mainau gemacht, den meisten war die Insel bekannt. Von Konstanz, der Stadt des Konzils von 1414 - 1418, ist uns neben dem Münster, dem Rathaus, der Imperia-Statue am Hafen und den Konzilsgebäuden in der Nähe vor allem der überflutende Stadtverkehr und anhaltende Stau in Erinnerung.

Aber trotz all der Besichtigungen und Ausflüge ist die Geselligkeit nicht zu kurz gekommen. Nach alter Tradition haben wir uns allabendlich in einem Bungalow versammelt, um bei feuchtfröhlicher Stimmung den Tag ausklingen zu lassen. Auch die mitgebrachten Liederbücher aus Käpt'ns schwarzen Aktenkoffer wurden eifrig genutzt.
So sei dem Organisator der Fahrt, H. Behr, den fleißigen Kuchenbäckern, J. Begall und H. Rieger, herzlich gedankt mit dem Wunsch, dass die nicht mehr wegzudenkende Frühjahrsfahrt noch viele Jahre fortgeführt werden möge.

Eva Natho.


(
Text aus dem AntoniusPiusBrief 95 vom 31.8.2008)

Der Ausflug 2007

Ein langjähriger Brauch wird nicht gebrochen

Auch in diesem Jahr ging der Familienkreis 1 mit 15 Teilnehmern und unserem Herrn Pfarrer vom 15. 6. - 22. 6 auf große Fahrt. Ziel der Reisen waren die belgischen Ardennen und das Großherzogtum Luxemburg.

Quartier bezogen wurde in Vielsalm, einem kleinen Ort landschaftlich sehr schön gelegen in den Ardennen. Von hier aus gab es viel Sehenswertes zu erkunden: schöne städtebauliche Architektur, herrliche Kirchen, immer wieder bezaubernde Landschaft und originelle Details in den einzelnen Orten.

 
Gruppenfoto


Erstes Besichtigungsziel war Liège (Lüttich), eine alte Bischofsstadt umgeben von bewaldeten Hügeln. Wohl das bedeutendste Kunstwerk der Stadt ist ein romanisches Messingtaufbecken in der Kirche St. Bartholomäus, Ausdruck der überragenden maasländischen Metallkunst und -verarbeitung aus dem 12. Jh.
Das Messingbecken wird von 12 Rindern getragen, Symbol der Apostel und der Stämme Israels. Die dargestellten Taufszenen illustrieren das erste Sakrament, u. a. die Taufe Jesu im Jordan. Schön anzusehen das barocke Rathaus in Liège aus dem 18. Jh. An der Wand neben der Freitreppe wird mit einer Bronzeplatte Widerstandskämpfern gedacht, darunter des Stadtpolizisten Arnhold Maigret, dessen Namen Georges Simenou, 1903 in Liége geboren, entlehnte und der Romanfigur seiner Kriminalromane gab, die ihm zu Weltruf verhalf: Kommissar Maigret. In Bronze auf einer Parkbank in Lebensgröße verewigt, kann man neben dem Kommissar auch Platz nehmen.

Ein weiterer Programmpunkt der kleine Ort Stavelot, dessen Wurzeln in der von Remaklus Mitte des 7. Jh. errichteten Abtei liegen. Die im 18. Jh. erbaute Kirche St. Sebastian birgt den Schrein des hl. Remaklus mit seinen Gebeinen, wiederum ein einzigartiges Prunkstück maasländischer Metall- und Kirchenkunst. Eine Besonderheit ganz anderer Art der Staveloter Karneval, der auf eine berühmte mittelalterliche Staveloter Narrenfigur zurückgeht. Die Kapuze einer weißen Mönchskutte um das Haupt gelegt, die knallrote Karottennase keck himmelwärts gerichtet, treiben die "weißen Mönche" zu Hunderten ihren Schabernack, ein Ereignis, dem alljährlich zehntausende Besucher zuschauen.

Die Stiftskirche Notre-Dame in Huy ist der bedeutendste hochgotische Kirchenbau Belgiens. Im mächtigen Westturm der Kirche befindet sich eine prachtvolle Fensterrosette mit 9 m Durchmesser ganz im hochgotischen Stil gehalten, im Chor beeindrucken drei gemalte Glasfenster 20 m hoch in einem einzigen Zug, die Mysterien des Rosenkranzes darstellend.

Neben weiteren Zielen in Belgien waren zwei Tage der Reise für das Großherzogtum Luxemburg vorgesehen:
Als weithin sichtbares Wahrzeichen überragt die mächtige romanische Willibrordus-Basilika die Stadt Echternach, eine der ältesten Siedlungen Luxemburgs (um 698). In der Krypta der Basilika sind die Gebeine des Heiligen Willibrord, eines angelsächsischen Benediktinermönches und Utrechter Missionsbischofs in einem Schrein aus weißem Marmor beigesetzt.
Weit über die Landesgrenzen bekannt ist Echternach durch die Echternacher Springprozession, die alljährlich am Dienstag nach Pfingsten zehntausend Gläubige und Zuschauer in ihren Bann zieht. Tausendstimmig vorgebrachte Anrufe des Heiligen als "Lehrer der Wahrheit" und "Heil der Kranken" schallen über den Marktplatz. Daneben, sich an Taschentüchern festhaltend, springen die Teilnehmer jeweils zu fünf in einer Reihe nach der monotonen Melodie einer mittelalter-lichen Polka seitlich wiegenden Schrittes über das raue Straßenpflaster. Es dauert Stunden, bis die Letzten Basilika und Krypta in Verehrung des hl. Willibrord erreicht haben. Die Wurzel für dieses sonderbare Verhalten ist eher unbekannt. Spekuliert wird über mögliche Wallfahrtsgelübde vergangener Zeiten zum Dank für die Befreiung von Epilepsie oder Veitstanz oder von Sankt Willibrord selbst verfügt zur Buße. Was aber stimmt, weiß niemand.

Ein malerischer, beschaulicher Ort ist Vianden. Schiefergedeckte Häuser, enge gepflasterte Gassen und alte Gemäuer sowie eine einmalige Lage im dicht bewaldeten Tal der Our sprechen mit recht für die Bezeichnung "Perle der Luxemburger Ardennen". Hoch über dem Städtchen auf einem Felsvorsprung prangt die mittelalterliche Hofburg, eine der schönsten Burganlagen des Großherzogtums. Der nicht ganz unbeschwerliche Aufstieg zur Burg wird mit einem faszinierenden Rundblick in die Weite der Landschaft belohnt.

Nicht weniger idyllisch der Luftkurort Clervaux, die Stadt der Museen. Auch hier auf einem Felsvorsprung errichtet die Schlossburg, eine mittelalterliche Burganlage. Sie beherbergt gleich drei museale Einrichtungen: das Burgmuseum, das Museum der Ardennenschlacht und die größte und wohl auch bedeutendste Fotoausstellung aller Zeiten: The Family of Man. Sie zeigt fotografische Werke gesammelt und zusammengestellt durch den amerikanischen Kunstfotografen und gebürtigen Luxemburger Edward John Steichen. Gruppiert werden Die Bilder von 273 Fotografen aus 68 Ländern um 37 Themen wie z. B. Liebe, Familie, Freude, Arbeit, Schmerz und Tod, Elemente, die der großen Gemeinschaft der Menschen, der "Family of Man" gemeinsam sind. Für Liebhaber der Schwarz-Weiß-Fotografie ist diese Fotoschau eine wahre Augenweide, regt darüber hinaus aber auch sehr zum Nachdenken an.

So verging die Urlaubswoche wie im Flug. Nicht zu vergessen das abendliche Beisammensein in fröhlicher (Wein)runde mit Gesang und viel Spaß. Ein herzlicher Dank auch an Herfried Behr, der wie immer engagiert dazu beigetragen hat, dass die gemeinsame Reise wieder eine schöne, erlebnisreiche Zeit für alle war.

Felicitas Hoffmann

webmaster: Architektur- und Landschaftsfotos finden sich auf den weiterführenden Links

 

Der Ausflug 2006  

Besuch beim Till Eulenspiegel

Mit 20 Teilnehmern und unserem Herrn Pfarrer Birkhahn waren wir in einer Gemeinschaftsfahrt wieder in Belgien. Dieses Mal an der Nordseeküste bei De Haan, in der Nähe von Oostende. In einem dortigen Ferienpark hatte Herr Behr 3 Häuser für uns gemietet. Mit 7 Pkw sind „Rosselenker", Mitfahrer und Gepäck gut hin- und wieder zurückgekommen.

Von unserem Quartier unternahmen wir jeden Tag Fahrten zu unterschiedlichen Zielen. Wir sahen Städte mit historischen Gebäuden wie Kirchen, Rats- und Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen mit deren Baustilen und Geschichten.

Der Marktplatz von Brügge
Rathaus von Ypern.
Rathaus von Veurne
Gedenkstein von Käthe Kollwitz in Vladslo b Dixmuide

 


Einzelne Bauwerke und auch beeindruckende Ensembles als Plätze, Höfe und Parkanlagen. Darunter auch den Ort Damme, in dem Till Eulenspiegel zu Hause war. Der leidvollen jüngeren Vergangenheit mit den 2 Weltkriegen kann man dort an zahlreichen Denkmalen und Soldatenfriedhöfen begegnen. Wir besuchten einen deutschen Soldatenfriedhof aus dem l. Weltkrieg bei Vladslo, auf dem mehr als 25 000 Gefallene liegen, darunter auch der Sohn vom Ehepaar Kollwitz. Von Käthe Kollwitz befindet sich dort die Skulptur „Trauernde Eltern".

Ein nicht alltäglicher Schlossbesuch, in dem eine Amaryllus- und Orchideenausstellung jeden Raum, sogar den großen Treppenaufgang schmückte, war ein „Reisehighlight"! Am Sonntag haben wir dann die Atmosphäre des Nordseestrandes mit den Strandpromenaden in Oostende bis Blankenberge, z. T. mit der Küstentram, bei Wind und strahlendem Sonnenschein und vielen Menschen erlebt.

Beginenhof St.Elisabeth in Kortrijk m. Liebfrauen
Schloss Beloeil
Gruppenfoto im Schloss von Beloeil
Bei Ulenspiegel in Damme

 


Die Mitgefahrenen danken Herrn Behr für die Organisation und Führung und unserem Herrn Pfarrer für sein dabei sein.

Dieser Beitrag ist übernommen aus dem Pfarrbrief  Nr. 82 (Ausgabe am 28.05.2006).

Fam. Lisson

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Der Ausflug 2005 nach Belgien

Einleitend steht in unserem Reiseführer. „Wer will schon nach Belgien fahren? In ein Land, das den Ruf hat langweilig zu sein, das von Dutzenden von Autobahnen durchzogen ist, die nachts so hell beleuchtet sind, dass sie den Astronauten als Orientierungshilfe dienen“. Wir wollten!

21 Leute machten sich in sieben Autos auf den Weg. Als Quartier hatten wir eine Ferienanlage in der Nähe von Antwerpen gewählt. Die drei Ferienhäuser waren mit dem Nötigsten ausgestattet und hatten genügend Platz, um in sangesfreudiger Runde den Tag bei einem oder mehreren Gläsern Wein  - den 230 belgischer Biersorten zum Trotz – ausklingen zu lassen.

Natürlich ist Belgien kein langweiliges Land. Rom und Burgund, Spanien und Österreich, Frankreich, Holland und Deutschland – sie alle haben zur Geschichte Belgiens beigetragen und seiner Kunst den Charakter europäischer Vielfalt gegeben. Künstlerisches Schaffen hatte zu den meisten Zeiten günstige Bedingungen im Land. So entstanden beeindruckende  Bauwerke und Gemälde. Unsere Ausflüge führten uns u. a. nach Antwerpen Brüssel, Gent, Leuven, aber auch für uns bis dahin unbekannte Orte wie Mechelen (mit seinem 97 m hohen, aber mit 167 m geplanten Turm der St.-Romboutskathedraal), Zoutleew (die Perle von Brabant), Tongeren (älteste Stadt Belgiens).

Onze-Lieve-Vrouwekerke
Leuwen - Rathaus
Antwerpen- Onze-Lieve-Vrouwekerke
Leuwen - Rathaus

Unvergessen ist das Rathaus aus dem 15.Jh. in Leuven, das als schönster Zweckbau seiner Zeit gilt. In 236 Nischen stehen Statuen von Heiligen und Königen, von Gelehrten und Dichtern in filigraner Ausführung. Als Studentenstadt verströmt sie ein besonderes Flair.

In Gent beeindruckte besonders der Altar der Brüder Hubert und Jan van Eyck in der Sint- Baafskathedraal. Auf 12 Tafeln des Flügelaltars ist die Heilsgeschichte vom Sündenfall bis zur Erlösung dargestellt.

Antwerpen, die Stadt des Riesen Antigon, der Scheldeschiffern wegen nicht bezahltem Wegezoll die Hand abhackte und in den Fluss warf (Hand werpen), hat auch kulturhistorisch viel zu bieten. Ouze- Lieve-Vrouwekerk (Liebfrauenkirche) ist der mächtigste Sakralbau Belgiens. Es dauerte fast 200 Jahre bis sie vollendet war. Im Inneren können zwei berühmte Bilder von Rubens „Die Kreuzaufrichtung“ und „Die Kreuzabnahme“ bewundert werden.

Brüssel mit dem wunderschönem Markt lernten wir als quirlige, weltoffene Stadt – mit den besten Pralinen Belgiens – kennen. Natürlich waren wir auch bei Manneken Pis und am Atomium (eine 165-millardenfache Vergrößerung des Eisenmoleküls).

Aber auch die kleinen Orte und Kirchen am Wegesrand waren voller wundervoller Entdeckungen und bleibender Erinnerungen.

Das Atomium
Gruppenfoto auf der Kirchentreppe
Brüssel - vor dem Atomium
Brüssel - vor der Kathedrale St. Michael und Gudula

Eine besondere Form der Wohn- und Lebensgemeinschaften, die sich in den katholischen Regionen der Niederen Lande  seit dem 12. Jahrhundert entwickelte, lernten wir mit den Beginenhöfen kennen. Hier lebten allein stehende gläubige Frauen in einer Art klösterlicher Gemeinschaft. Sie legten kein Gelübde ab und konnten die Gemeinschaft jederzeit verlassen. Heute sind die Höfe begehrte Wohnadressen.

Im Hof des Wasserschlosses
Mitleserinnen
Antwerpen: Bahnhof
Berühmtes Gemälde in Mechelen

Alden Wiesen - im Hof des Wasserschlosses
Tongeren - im Kreuzgang der Liebfrauenkirche
Antwerpen - Bahnhofshalle

Mechelen - St. Romuald-Kathedrale.
Bild des Hl. Romuald (Maler: Granville)

Danke den Organisatoren dieser Fahrt, aber auch allen Mitfahrerern für schöne, gemeinsam verlebte Tage.

Gabriele u. Albrecht Leder

Dieser Beitrag ist übernommen aus dem Pfarrbrief  Nr. 77 (Ausgabe am 7.08.2005).

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WerChristen ab 55
WannEinmal im Monat an einem Montag, 19.30 Uhr. s. Wochenplan
Wo

Pfarrwohnung Rüdersdorfer Str. 45a (2. OG)

KontaktPfarrer Birkhahn