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1 8 7 3 Bau einer Fachwerkkapelle in der Palisadenstraße.
bis 1888/89: Betreuung der Gemeinde durch Geistliche der St.Hedwigskirche
1 8 8 8 Kuratie
1 8 8 8   1. Pfarrer der Gemeinde:
Wilhelm Frank (*1858 + 1911 )


1889-1894 Bau der St. Piuskirche
Baumeister: Max Hasak
1 8 9 4 Einweihung der St. Pius-Kirche
1 9 0 8   2. Pfarrer der Gemeinde :
Carl Breuer (*1871+1960)
1 9 1 0 Gemälde und Mosaik vom Kirchenmaler Carl Busch
1 9 1 3 Aufstellung der Pietà


1 9 4 5 Bombenschäden an der Kirche. Zerstörung des Pfarrhauses
1 9 5 4   3. Pfarrer der Gemeinde:
Herbert Fleischer
(*1904 +1977)
1959-1961 Teilweise Abtragung der ausgebrannten Turmspitze. Ersetzen durch ein Satteldach mit Dachreiter
1 9 6 0 Umgestaltung des
Kircheninneren
1964/68 Hochaltar u. Seitenaltäre
von Hildegard Hendrichs
1 9 6 8 Kreuzweg von
Rudolf Brückner-Fuhlroth


1 9 6 7 Teile der Pfarrei "Franz
Xaver" kommen zu St. Pius
1 9 7 2   4. Pfarrer der Gemeinde :
Johannes Masiak (*1928 )
1 9 8 6 Aufstellung eines Marienaltares
von H. Hendrichs aus der
St.Severi-Kirche in Erfurt
1 9 9 4   5. Pfarrer der Gemeinde :
Hans-Joachim Birkhahn ( *1935 ),
gleichzeitig Pfarrer der Gemeinde von St. Antonius
2 0 0 3 Fusion mit St. Antonius und St. Nikolaus -
Name der Gemeinde:
St. Antonius.
Pfarrkirche der Gemeinde:

Piuskirche





 

St. Pius - Geschichte + Kirchengebäude St. Pius - Kirchenpatron

Mitte des 19. Jahrhunderts war das heutige Gebiet des Stadtbezirkes
Berlin-Friedrichshain noch eine ländliche Gegend. Das aber änderte sich mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Der Bevölkerungsanteil der Katholiken von etwa 6 % stieg nun enorm. Für die aus dem Osten Deutschlands kommenden Katholiken musste hier ein religiöser und sozialer Mittelpunkt geschaffen werden.

So entstand 1873 auf einem Hinterhof in der Palisadenstraße die Pius-Kapelle und 1894 an ihrer Stelle die große Pius-Kirche.

Der Name der Kirche war damals für die Berliner Katholiken ein Programm. Es war die Zeit des bedrückenden Kulturkampfes. Der Reichskanzler Bismarck versuchte die katholische Kirche in die Knie zu zwingen. Aus Solidarität und Treue zum damaligen geistigen Oberhaupt, Papst Pius IX., gaben die Katholiken Berlins ihrer Kirche seinen Namen, offiziell allerdings nach alter kirchlicher Tradition einem Heiligen, nämlich Papst Pius V. Der 96 m hohe Turm sollte alle auf das Dasein der Katholiken in diesem dichtbevölkerten Stadtteil aufmerksam machen.

Um die Jahrhundertwende gehörten etwa 31 000 Mitglieder zu dieser Gemeinde.
Auf dem riesigen Kirchengebiet von St. Pius wurden vor dem 1.Weltkrieg weitere Gemeinden gegründet:
1904 Corpus-Christi in der Thorner Straße (heute Conrad-Blenkle-Str.)
1908 St. Antonius in der Rüdersdorfer Str.

Nach dem ersten Geistlichen, der aus seiner Heimatdiözese durch den Kulturkampf vertrieben worden war und der noch ausschließlich an der Kapelle tätig gewesen war, folgte der erste Pfarrer der Gemeinde, der erfolgreich in Deutschland auf Betteltour für die neue große St.Pius-Kirche ging. Nach seinem Weggang führte der zweite Pfarrer seine Gemeinde durch die schweren Zeiten der zwei Weltkriege, des Nationalsozialismus und der ersten Nachkriegsjahre nach 1945. Brandbomben hatten im März 1945 Teile der Kirche, vor allen des Turmes, zerstört.

Ab 1954 folgten noch drei weitere Pfarrer, die ganz andere Aufgaben bei der bedeutend kleiner gewordenen Gemeinde bewältigten. 1958/59 wurde die bis dahin als Metallgerippe stehende obere Turmspitze auf Wunsch des Architekten der Stalinallee um 30 m gekürzt. Man wollte keine über die Allee hinausragenden Bauten, schon gar keine Kirchenbauten.

1968 sollten sich auch die Neubauplanungen am Alexanderplatz bemerkbar machen: Das Kirchengebäude von St. Xaver in der Jacobystraße 24 wurde abgetragen. Teile des Gemeindegebietes werden St.Pius angliedert.

Durch die Zerstörungen des 2. Weltkrieges und die Bebauungen der 50er und 70er Jahre nach 1970 steht die Piuskiche heute frei, umgeben von einer kleinen Grünanlage. Auf der Wunschliste: Eine Heizung für den gesamten Kirchenraum, eine neue Orgel (dafür sammelt ein Förderverein) und ausreichend Platz im Pfarrhaus.

Der Pius-Kirchturm ist noch immer ein markanter Punkt in der Stadtsilhouette.
Besonders Kunstkenner und Brautpaare schätzen die gelungene Architektur und Ausstattung des Kirchenraumes.
Auch deshalb wurde 2003 die Piuskirche mit dem Fusionsdekret zur Pfarrkirche der neuen Gemeinde St. Antonius.

Zum markanten Geläut der Piuskirche gibt es einen separaten Beitrag und eine Hörprobe.

Susanne Bogatzki

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